80 Meter tiefe Brunnen zur nachhaltigen Versorgung mit Trinkwasser

Was macht Tiefbrunnen zu einer idealen Wasserlösung?
Sie liefern hochwertiges Trinkwasser auch in Zeiten der Dürre.

Wasser ist Leben – Unsere 13 realisierten Tiefbrunnen machen das für mehr als 6.000 Menschen erlebbar:

Als wir unser Partnerschaftsprojekt 2010 mit unserer ersten Reise nach Tamugh starteten, waren wir vor Ort geschockt, als wir sahen, dass sich fast die ganze lokale Bevölkerung außerhalb der Regenzeit aus schlammigen Löchern mit Trinkwasser versorgt.
Diese Wasserstellen werden auch von den Tieren aufgesucht, wodurch die Plätze beständig mit Infektionserregern durch ihre Hinterlassenschaften belastet sind. Durchfallerkrankungen sind der ständige Begleiter der Menschen. Schlimmer noch sind die Typhuserkrankungen, die durch den erschwerten Zugang zu einer medizinischen Versorgung häufig tödlich enden. Die folgenden Bilder zeigen Szenen der traditionellen Wasserversorgung in der Sook Community (13.000 Einwohner) und in Tamugh (4.000 EW):


Als wichtigste Einzelmaßnahme unseres Projektes haben sich die 13 Tiefbrunnen entwickelt, die wir zwischen 2018 und 2020 realisiert haben. Sie liefern ganzjährig sauberes, keim-freies Wasser zum Trinken und für die Körperhygiene. Selbst ein Garten lässt sich damit bewirtschaften, sofern der Wohnplatz nicht zu weit vom Brunnen entfernt liegt.

Im 70 km² umfassenden Zielgebiet leben ca. 13.000 Menschen. Mit 28 Tiefbrunnen könnte die komplette Bevölkerung der Sook Community mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.
Mit jedem neuen Tiefbrunnen befreien wir weitere 300 bis 400 Menschen davon, sich aus schlammigen Bodenlöchern menschenunwürdig versorgen zu müssen. Die Kosten für einen 80m tiefen Brunnen liegen bei 10.000 Euro. Die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser kostet dabei nicht mehr als 25 Euro pro Kopf.
Zunächst wird eine geologische Analyse durchgeführt, um einen Bohrplatz mit hoher Treffsicherheit für eine dauerhafte Wasserführung zu identifizieren.

Dann erfolgt der Bohrantrag bei der Kenya Water Authority. Nach dessen Erteilung fängt die Arbeit für die lokale Bevölkerung an: Das Gebiet in 1700 bis 2200m Höhe ist so abgelegen und gebirgig, dass die Bohrplätze mit dem Bohrequipment häufig nicht erreichbar sind. Dann legt die Dorfbevölkerung in der Vegetation eine Schneise an, schüttet Taleinschnitte auf und trägt Buckel ab, bis der Truck es schafft, sich durchzuarbeiten. Das kann mehrere Wochen dauern.
Die folgenden Bilder entstanden bei den Vorbereitungen für unseren 11. Brunnen:




Eine solche ‘‘Wassermaschine‘‘ haben die Menschen noch nie gesehen. Doch wenn der Motor laut zu fauchen anfängt und immer mehr Rauch vom Bohren aus dem Boden kommt, steigt die Erwartung:
Bald gibt es hier klares Wasser! Und die Menge hängt nur noch davon ab, wie viel man davon in Kanistern nach Hause tragen kann!


Jeder Brunnen wird von unserem Projektpartner Martin Komongiro und der lokalen Bevölkerung mit einem Fest in Betrieb genommen. Man kann die Dankbarkeit der Menschen kaum in Worten beschreiben. Die Verfügbarkeit von sauberem Wasser lag bis zu dem Tag, an dem Martin ihnen die Realisierung ”ihres” Brunnens ankündigte, außerhalb ihrer Vorstellung.

In all unseren Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung während unserer Reisen nach Tamugh gab es keine größeren Wunsch, als den nach sauberem Wasser. Nicht nur für die Ernährung. Die jetzt verfügbare Wassermenge lässt nun auch eine einfache Körperhygiene zu, die diese Bezeichnung rechtfertigt. Davor war eine Ganzkörperwäsche nur während der kurzen Regenzeit möglich. Und zumindest diejenigen Familien, deren Laufdistanz zum nächsten Brunnen nicht zu groß ist, können nun auch einen Gemüsegarten anlegen und bewässern. Damit verbssert sich ihre Ernährungslage wesentlich, da nicht nur die anbaubare Menge steigt, sondern auch neue Lebensmittel wie Kohl, Karotten, Zwiebeln, Süßkartoffeln und Kasawa hinzu kommen.

Das letzte Bild zeigt unseren Projektpartner Martin Komongiro am Plongon Brunnen.

Unser langfristiges Ziel ist es, aus zufließenden Spendengeldern und eigenen Beiträgen für alle Menschen in der Sook Community eine nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser aufzubauen. Dazu müssen wir weitere 15 Tiefbrunnen realisieren (Investitionsvolumen ca. 150.000 Euro). Wenn Sie uns dabei helfen wollen, können Sie entweder eine Direktspende auf der Seite ”So können Sie helfen” veranlassen oder eine Spende an den Lions Club Rüsselsheim Cosmopolitan überweisen (siehe Seite ”Lions”). In jedem Fall kommt Ihre Spende zu 100% ohne jegliche Abzüge im Zielgebiet an. Wir arbeiten ehrenamtlich und mit höchster Effizienz.

Für Familien, die in mehr als 1km Entfernung zu einem unserer Brunnen leben, haben wir eine alternative Lösung basierend auf Regenwasser entwickelt. Diese finden Sie auf der Seite ”Direkte Hilfe für Witwen, Waisen und arme Familien”.