Armut in Tamugh

  • Trübes, bakterienbelastetes Sickerwasser zum Trinken.
  • Kein ausreichendes Wasser für die Körperpflege
    P1010867   P1010858
  • Kein Geld zum Kauf von Schutzzäunen zur Anlage von Gärten
  • Klimaveränderung (?): Monatelang ausbleibender Regen – Feldfrüchte verdorren
  • Kinder bleiben Analphabeten, weil die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können (umgerechnet 18 € pro Jahr in der Sekundarstufe 1)
  • Der nächste Arzt in 50 km Entfernung
  • Kein einziger Wagen für 4000 Menschen
  • Keine Elektrizität, kein Licht, kein Kühlschrank
  • Regelmäßig Todesfälle durch Typhus, Malaria, Tuberkulose
  • Keine Krankenversicherung, keine Rentenversicherung

Bild 51 Mittel 

Die aktuelle Lage im Mai 2014 spitzt sich zu:

Unser lokaler Projektpartner Martin Komongiro hat uns mitgeteilt, dass es seit Monaten nicht mehr geregnet hat. Insbesondere die große Regenzeit im April ist ausgeblieben, an deren Beginn die Dorfgemeinschaft jedes Jahr die Mais- und Bohnensamen ausbringt. Doch in diesem Jahr geht in der Trockenheit keine Frucht auf. Die Menschen beginnen an Nahrungsmangel zu leiden.

Am 7. Mai erhielten wir folgende Mail von Martin:
Hi dear Uli, the better houses project has earned us a lot of honour and respect because of choosing to help the most needy families.
Dear Uli, but we are currently faced with another big problem: Hunger, no food in most families. Here we have no rain, usually rain comes in April and people start planting crops, but none.
Now may be it is an idea I’m sending to you: If there could be people who would wish to support this emergency situation with food. 90kg of maize is currently ksh. 4000. We can support temporarily very needy poor families that, if the situation goes on like this, people can loose lifes because of not eating.
Sorry Uli,this is another issue that has come due to drought as we pray that rain will come. Best of luck.

Wir reagierten auf diese Situation, indem wir den weiteren Bau dichter Häuser für Witwen und die hilfsbedürftigsten Familien in Tamugh reduzieren und das frei werdende Geld in 80 Säcke mit je 90kg Mais investierten.
Dafür stellten wir Martin im Mai 2014 2880€ zur Verfügung.
Damit konnte Martin den Familien mit der schlechtesten Nahrungsmittelversorgung im Dorf eine Überbrückung geben. Die folgenden Bilder zeigen die Ausgabe von Mais an die ausgewählten Familien im Juni 2014.

Juli 2014:
Noch immer herrscht Dürre, ein Anbau von Nahrungsmitteln ist kaum noch möglich. Martin bittet erneut um eine Nothilfe.
Wir stellen weitere 3600€ für den Kauf von 100 Säcken (9 Tonnen) Mais zur Verfügung.
Eigentlich hatten wir uns zum Ziel gesetzt, im Rahmen unseres Projektes kein Geld in den direkten Kauf von Lebensmittel zu investieren. Dies könnte die eigenen Anstrengungen der Dorfbevölkerung zum Anbau von Lebensmitteln schwächen. Wir wollten Geld ausschließlich für robuste und langlebige Hardware wie Regenwassertonnen, Schutzzäune und Wasserleitungen investieren. Damit soll der Nahrungsmittelanbau auch unter schwierigen Bedingungen fortgeführt werden können.
Wir müssen derzeit aber erkennen, dass die bisher installierten Wasserrückhaltekapazitäten noch zu gering sind, um monatelangen Regenmangel auszugleichen.